Seniorenwohnpark Villa Carolath -

Dementenbetreuung

Menschen mit einer Demenzerkrankung benötigen eine besondere Versorgung und Wohnunterbringung. Integrative Konzepte überfordern den Erkrankten oftmals, so dass es vermehrt zu sogenannt herausfordernden Verhalten kommt.

In unseren spezialisierten Wohnbereichen nehmen wir nur Menschen mit kognitiven Leistungsstörungen auf.

Aufgrund unseres Schwerpunktes haben wir speziell ausgebildetes Personal und zudem eine über die „normalen“ Personalschlüsseln verhandelte Personalausstattung.

Die Villa ist in zwei Häuser mit jeweils drei Wohnbereichen unterteilt. Hiervon sind drei Wohnbereiche mit insgesamt 53 Plätzen spezialisiert für gerontopsychiatrische, vorwiegend demenzkranke, Bewohner. Zudem drei „offene“ Wohnbereiche für insgesamt 62 Bewohner, in denen somatisch erkrankte Menschen und Demenzerkrankte ohne sogenanntes herausforderndes Verhalten betreut werden.

Wir leben ein segregatives Konzept. Wir möchten den Menschen dort unterbringen und betreuen, wo er mit seiner Erkrankung und seiner Erkrankungsphase gut versorgt ist, sich wohl und angenommen fühlt und seine Selbstbestimmung leben und erleben kann. Dies verändert sich gerade bei Demenzerkrankten entsprechend ihrer Krankheitsphase.

Der Demenzkranke im beginnenden Stadium, der Zuhause aber nicht mehr sicher versorgt werden kann, benötigt eine stark sichernde, aktiv fördernde Unterbringungsform. Der Erkrankte im mittleren Stadium, welches oftmals geprägt ist von motorischer Unruhe, Anosognosie (nicht erkennen der Erkrankung), evtl. für andere herausforderndem Verhalten, vermehrter Konzentrationsstörung, bedarf einer anderen, ihn unterstützenden, fördernden, aber nicht überfordernden, „ihn selbst sein lassender“ Umgebung. Der demenziell Erkrankte im späten oder auch Endstadium benötigt wiederum eine für ihn passende Form der Unterbringung, in der er Ruhe und situationsangepasste Förderung und Beschäftigung erleben kann.

Demenzerkrankte profitieren von Gemeinschaft, von freier Bewegung ohne reglementierende Einschränkungen seitens kognitiv nicht eingeschränkter Bewohner. Das Einzelzimmer als persönlicher Rückzugsort spielt hierbei oft keine Rolle, da jedes Zimmer das Zimmer des Bewohners ist, es ist sein Wohnbereich! Doppelzimmer werden für diese Bewohner gerade in der Nacht eher positiv erlebt, da keine Isolation stattfindet und der desorientierte Bewohner über den Mitbewohner eine Referenzgröße erhält, an der er sich orientieren kann.

Deshalb ist es für uns essentiell vor Aufnahme eines Bewohners seinen Krankheitsstand und seine Bedürfnisse zu erfahren, um ihn adäquat unterbringen zu können. Darum stellen die Mitarbeiter in der Verwaltung schon beim Erstkontakt dementsprechende Fragen. Auf ausgedehnten Rundgängen, Beratungs- und Informationsgesprächen versuchen wir uns ein Bild des Bewohners zu machen. Wir besuchen Bewohner, wenn möglich, in ihrer Häuslichkeit oder auch im Krankenhaus, um eine Empfehlung und Einschätzung zur möglichst besten Unterbringungsform anbieten zu können.

Aufgrund dieser Ausführungen halten wir Umzüge unserer Bewohner entsprechend ihrer Krankheitssituation in den für sie passenden Wohnbereich für unabdingbar, um eine adäquate Versorgung und Lebensqualität für alle unsere Bewohner bieten zu können.

Anforderunsgsspezifische Wohnbereichsverteilung:

  • Geronto (geschlossene Abteilung): Bewohner im frühen Demenzstadium oder geronto-psychiatrisch Erkrankte mit beginnender Demenz, ausgeprägte Hinlauftendenz; Zwingend erforderlich: richterlicher Unterbringungsbeschluss
  • Demenzwohngruppen (DWG 1 und DWG 2, behütete Abteilungen mit Signalgebungstüren): spätes beginnendes Demenzstadium bis mittleres Demenzstadium mit ausgeprägter Unruhe, verbal oder motorisch, Bewohner mit sogenannt herausforderdem Verhalten (lt. CMAI), Erfordernis: richterliche Unterbringungsprüfung
  • Offene Wohnbereiche: somatisch erkrankte, orientierte Bewohner, mobilitätseingeschränkte Bewohner im Endstadium einer Demenz, demenzerkrankte Bewohner aller Stadien ohne Hinlauftendenz oder herausforderdem Verhalten

Da alle unsere Mitarbeiter mit Demenzkranken umgehen können müssen, bilden wir die Mitarbeiter aller Versorgungsbereiche, also der Pflege, der Betreuung und der Hauswirtschaft kontinuierlich fort. Hierbei ist es wichtig die Lebenswelt des Demenzerkrankten zu verstehen und anzuerkennen, um jegliches Handeln daran ausrichten zu können. Deshalb nimmt jeder neue Mitarbeiter innerhalb des ersten halben Jahres an einer diesbezüglichen Fachfortbildung teil.